Das Tierheim


Lieber Tierfreund,

Wir möchten Ihnen auf dieser Seite das Tierheim Tübingen in seiner heutigen Form vorstellen.

Das Tierheim ist die Auffangstation des Tierschutzvereins Tübingen und Umgebung e.V. und zuständig für den gesamten Kreis Tübingen einschließlich der Stadt Rottenburg. Finanziert wird es überwiegend durch Mitgliedsbeiträge des Vereins und durch Spenden. Hinzu kommt noch ein Zuschuss durch die Stadt Tübingen und Fundgebühren von den Gemeinden im Kreis. Diese Finanzmittel reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die gestellten Ausgaben annähernd abzudecken.

Der Verein selbst wurde im Jahr 1936 gegründet und besaß zunächst abgesehen von privaten Pflegestellen keine eigene Unterbringungsmöglichkeit für bedürftige Tiere. 1955 überließ ihm dann die Stadt eine Barackensiedlung auf dem heute noch genutzten Gelände. Die Haltungsbedingungen waren jedoch nach der überarbeiteten Zwingerhalteverordnung von 1971 nicht mehr zulässig und verlangten nach einem Neubau. Dieser wurde 1979 mit der Planung in Angriff genommen und zwei Jahre darauf mit der Einweihung der neuen Häuser nach modernsten Vorschriften abgeschlossen. Die nächsten zwei Dekaden blieben die Gebäude weitgehend unverändert, von kleineren Anpassungen abgesehen. Seit ca. 1999 beherbergte das Tübinger Tierheim auch Kleintiere, um die bisherige Pflegestelle von Frau Majer zu entlasten. Diese wurden in Käfigen in einem ehemaligen Katzenzimmer untergebracht. Da eine solche Haltung, zumindest auf Dauer, nicht Artgerecht ist, und immer mehr Kleintiere ins Tierheim kamen, begannen im Jahr 2000 die Planungen für ein Kleintierhaus. Im Sommer 2002 wurde dann dieser Neubau für Vögel und Kleintiere, nebst umgebauten Katzenausläufen, eingeweiht.

Das Tübinger Tierheim ist eine recht kleine Institution im Verhältnis zur Größe des zu betreuenden Gebietes. Nominell können bis zu 36 Hunde aufgenommen werden, unter ungünstigsten Umständen aber auch nur 20, wenn jeder Zwinger nur einfach belegt wird. Dazu kommen zwei Quarantäneräume. (In Zukunft wird der Platz mit dem Inkrafttreten neuer Vorschriften noch weniger nutzbar sein: maximal 26 Hunde unter optimalen Voraussetzungen, ansonsten 20 insgesamt!) Es können außerdem ca. 40 Katzen untergebracht werden. Es gab aber auch schon Belegungen um die 60 Tiere. Die Aufnahmekapazität des Kleintierhauses ist schwer zu schätzen, da hier, wie auch bei den Katzen, Gruppenhaltung praktiziert wird. Sowohl in der Katzenabteilung als auch im Kleintierhaus steht ein Raum mit Quarantäneboxen für kranke Tiere und Neuzugänge zur Verfügung. Die Masse der Fundkatzen kommt jedoch zuerst bei den Vertragstierärzten unter – eine bewährte, wenn auch kostenintensive Lösung. Sowohl der TVT Tü. u.U. e.V. als auch das Tierheim Tübingen sind Mitglieder im Deutschen Tierschutzbund und somit dessen Standards verpflichtet. Das sollte man nicht vergessen, wenn jemandem beispielsweise die Umstände einer Vermittlung zu aufwendig erscheinen oder die Hygienestandards übertrieben. Hinter all dem stecken jahrelange Erfahrung und das Interesse, alle Tiere artgerecht nach aktuellem Wissensstand zu vermitteln. Auf der anderen Seite sollte man nicht zuviel ‚Oberflächenpolitur‘ in einem Tierheim erwarten. Für optisch perfekte ‚Hausfrauen‘-Sauberkeit reicht einfach die Personaldecke nicht aus, und Hochglanz ist auch gar nicht nötig. Auch sollte man bedenken, dass ein Tierheim kein Supermarkt ist. In einer Zeit, in der im privatwirtschaftlichen Bereich vieles auf eine schnelle Befriedigung des Kundenwunsches ausgerichtet ist, fällt es uns manchmal schwer, den Interessenten klar zu machen, warum ein Tier, das ihnen vom Aussehen her gefällt und für das sie ja auch eine Vermittlungsgebühr zahlen, nicht zu ihnen passt. Manche Kunden sind nicht bereit, Alternativvorschläge anzunehmen und kaufen sich lieber „passende“ Tiere im Zoofachhandel oder vom Züchter. Diese Tiere aber landen, wenn unsere Bedenken sich als begründet erweisen, am Ende manchmal bei uns!
Nutzen Sie also doch einfach unsere Fachkompetenz und lassen Sie sich helfen. Unsere Beratung kostet Sie nichts, höchstens die Vermittlungsgebühr eines Tieres.
Wir beraten Sie jederzeit herzlich gern!

Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen ein eigenes Tier im Tierheim abgeben wollen oder müssen, sei Ihnen vorab Folgendes mit auf den Weg gegeben: Das Tierheim wurde für Tiernotfälle, wie z.B. Fundtiere, errichtet und wird in diesem Sinne vom Verein finanziert. Für Abgabetiere ist zunächst einmal der Besitzer verantwortlich. Oft landen die Tiere nur deshalb im Heim, weil man es sich zu bequem macht oder zu lange zögert, um Alternativlösungen anzustreben. Wir haben inzwischen gute Erfahrungen mit von uns erwirkten Vermittlungen von privat zu privat gemacht, die außerdem den Tieren unnötige Belastungen ersparen. Auch sollte die Eigeninitiative bei der Unterbringung von Tieren wieder mehr Gewicht erhalten. Manchmal liegen die Lösungen offen auf der Hand und erfordern lediglich etwas Pragmatismus und ein paar Tage Bedenkzeit. Wir bitten Sie im Interesse Ihres ruhigen Gewissens: Helfen Sie uns, dass unsere Institution nicht zu einer Endlagerstätte für abgeschobene Tiere verkommt. Helfen Sie uns, dass unser Heim seine eigentlichen Aufgaben erfüllen kann. Wenn Sie unsere Hilfe benötigen, melden Sie sich bitte rechtzeitig und nicht erst, wenn gar nichts anderes mehr geht. Wir freuen uns jederzeit über Ihren Anruf und Ihren Besuch.

Eine ehrenamtliche Mitarbeit im Tierheim ist jederzeit möglich, sei es als Gassigeher, als Vertretung am Wochenende, bei Arbeitseinsätzen im Bereich Reparaturen, Umbauten und Gartenpflege oder ganz regulär in der Tierversorgung. Wir freuen uns über jeden Freiwilligen. Leider bleiben manche nicht lang, weil der Alltag im Tierheim doch etwas eintöniger oder arbeitsintensiver ist, als sie sich das vorgestellt haben. Man muss aus eigenem Antrieb kommen und bleiben – nur so funktioniert es. Probieren Sie es am besten selbst aus!

Wir freuen uns auf Sie, auf Ihre Anfragen, Ihren Kontakt und Ihre Mithilfe!
Schauen Sie doch einfach mal bei uns vorbei!

Ihr

Felix Wagner, Tierheimleiter